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Coworking0711 - Herausforderung "Fahrrad-Mobilität"

15.07.2014 – Coworking ist mehr als nur eine gute Kaffeemaschine kombiniert mit freiem W-Lan. Genauso wichtig wie die Kultur des Miteinanders in der Bürogemeinschaft ist die geeignete Antwort auf die Fragen: Wie komme ich ins Coworking0711? Wo stelle ich mein Fahrrad sicher ab? Ein Vermieter kümmert sich nicht immer sofort darum. Da muss ein Unternehmer schon mal nachhaken, weiß Harald Amelung - Gründer und Geschäftsführer des Coworking0711. Wir sprachen mit ihm über Wissensarbeit, über Lastenräder, Fahrrad-Stellplätze, Bikesharing, Mobilität im Allgemeinen und die Standortwahl im Besonderen.

Harald Amelung ist freiberuflicher Webentwickler. Vor vier Jahren gründete er gemeinsam mit Felicia Copaciu das Coworking0711. In der Bürogemeinschaft im Westen Stuttgarts finden Wissensarbeiter aller Branchen Unterstützung in Projekten und ein inspirierendes Netzwerk. Jeden Tag lernt er dazu und stellt sich neuen Herausforderungen. Im Gespräch mit Franziska plaudert er aus dem Nähkästchen über seine Arbeit und die Freude, Kollaboration und Kooperation unter Coworkern zu stiften. Sein Ziel: Ihnen – und auch sich selbst – ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem alle mit Freude arbeiten und leben können.

Hier ein Ausschnitt aus dem Interview, das in vollständiger Länge und mit der kompletten Fotostory via Lebens- & Arbeitswelten mit Zukunft zu lesen ist:

Franziska: “Harald, was genau ist Coworking?”

Harald: “Grob umrissen ist Coworking eine flexible Bürogemeinschaft für Wissensarbeiter. Die Idee kommt aus den USA. Sie leitet sich aus dem Englischen ab und bedeutet so viel wie zusammen arbeiten. Coworking ist ideal für Einzelunternehmer, die sich kein eigenes Büro mieten, die gern mit anderen zusammenarbeiten und nur das zahlen wollen, das sie nutzen. Da es so etwas in der Form in Stuttgart noch nicht gab, gründete ich es gemeinsam mit meiner Geschäftspartnerin Felicia Copaciu. Das ist mittlerweile auch schon wieder mehr als vier Jahre her.”

Franziska: “Was macht Coworking so besonders?”

Harald: “Seit fast zehn Jahren bin ich selbständig und arbeite freiberuflich als Webentwickler. Sehr lang war ich von zu Hause aus tätig. Irgendwann ist mir die Decke auf den Kopf gefallen. Ich wollte raus aus meinem einsamen Homeoffice. Von Anfang an gefiel mir die Geschäftsidee: Freiberufler, Kreative und kleinere Startups, die unabhängig voneinander agieren oder in unterschiedlichen Firmen und Projekten aktiv sind, arbeiten in einem größeren Raum zusammen. Mit dem Coworking0711 bin ich in ein Netzwerk hinein gekommen. Das ist für mich einer der zentralen Vorteile, die es beim Coworking gibt. Anders als bei konventionellen Business-Centern geht es nicht darum, irgendwo billig ein Büro zu mieten. Vielmehr kann ich in eine Gemeinschaft von gleichgesinnten und gleichzeitig vielseitigen Menschen eintauchen.”

Franziska: “Wer arbeitet bei Euch?”

Harald: “Im Coworking0711 arbeiten Unternehmer aus dem Bereich Maschinenbau, Grafikdesign, Illustration, Video-Produktion, Suchmaschinen-Optimierung sowie Wissenschaftler, Autoren, Journalisten, Lektoren, Texter, Projekt-Manager, Coaches, Philosophen und viele mehr. Sebastian Ballweg und Markus Gößler, die Gründer von Autonetzer, starteten zum Beispiel auch im Coworking0711.”

Franziska: “Und die arbeiten alle in einem Raum?”

Harald: “Jeder ist willkommen. Wir nehmen die Leute wie sie sind. Ganz bewusst. Hier im Coworking0711 herrscht eine positive Arbeitsatmosphäre. Jeder bearbeitet seine individuellen Aufgaben und Vorhaben. Oft stehen wir unter Termindruck und kümmern uns um unsere eigenen Kunden. Das Gute ist jedoch: Ich weiß, wenn es mir zu viel wird und ich meine Projekte nicht mehr stemmen kann, habe ich hier zwei-drei Leute sitzen, die das Gleiche anbieten wie ich. Das ist keine Konkurrenz. Es ist eine Unterstützung.
Ich kann sagen: „Wie sieht’s aus, hast Du gerade Kapazitäten frei? Ich hätte da was für Dich.“ Umgedreht funktioniert das genauso. So ergibt sich aus dieser lockeren Atmosphäre fast wie von allein Kollaboration. Coworking bedeutet deshalb nicht, zwangsweise mit allen zusammenarbeiten zu müssen. Wir überlassen das den Coworkern, wie sie damit umgehen. Ob sie ihr eigenes Ding machen oder ob sie bewusst Projekte in die Gruppe tragen.”

Franziska: “Wie förderst Du diese Gemeinschaft?”

Harald: “Gemeinschaft entsteht in erster Linie, in dem wir als Initiatoren die Offenheit vorleben. Für mich als Geschäftsführer ist wichtig zu wissen, was die Leute so tun. Wenn ich höre, dass irgendwo Bedarf ist, versuche ich die Kontakte zu verknüpfen. Dadurch wird auch bei den Coworkern ein Impuls ausgelöst. Sie ahmen das nach. Erfolgsentscheidend ist, Werte vorzuleben. Dann folgt der Rest. Auf diese Weise gibt es immer wieder Überraschungen und es kommt etwas von einer Person, von der man das nicht erwartet hätte. Den ich ganz anders eingeschätzt habe. Zusätzlich fördere ich als Betreiber mit Events und Aktionen den Zusammenhalt der Gruppe. Zum Beispiel war am 04.04. unsere vierte große Geburtstagsparty.”

Franziska: “Neben dieser Kultur des Miteinanders, die ich bei Euch stets sehr deutlich spüre, sind natürlich auch die Infrastruktur-Basics wichtig. Was bietet Ihr alles an?”

Harald: “Unser Angebot richtet sich in erster Linie an Leute, die außer einem Laptop und vielleicht ein bisschen Papier nichts weiter brauchen. Ohne viel Aufwand können sie so ihre Tätigkeit in unserer Bürogemeinschaft realisieren. Neben den Basics wie Kaffee, Tee, Wasser, W-Lan bieten wir möblierte Arbeitsplätze samt Farb-Laser-Drucker, Kopierer, Scanner usw. an. Wir haben einen Ort geschaffen, wo Interessenten den passenden Arbeitsplatz oder Besprechungsraum für einen Tag, für eine Woche oder gleich für einen Monat finden. Ein weiteres Thema, dem wir uns angenommen haben, war eine sinnvolle Lösung für Fahrräder. Ich selbst fahre eher selten mit dem Rad. Mit der S-Bahn bin ich viel schneller hier. Alle S-Bahn-Linien halten an der Schwabstraße. Das sind zwei Minuten Fußweg zu uns.”

Franziska: “Ich komme immer mit dem Rad zu Euch. Von Stuttgart Süd aus ist das viel schneller und flexibler als mit Öffentlichen Verkehrsmitteln. Ein Auto habe ich nicht – schon wegen der lästigen Parkplatzsucherei und teuren Stellplätzen.”

Harald: “Stimmt. Parken mit dem Auto ist hier im Stuttgarter Westen ganz schlecht. Wir haben zwar Parkplätze auf dem Hof gemietet, die fest für uns vergeben sind. Doch gibt es Nachbarn, die glauben, sie können sich auf diese Plätze stellen. So nach dem Motto: Es ist ja niemand da. Das sorgt leider immer wieder für Ärger.”

Franziska: “Also doch mit dem Fahrrad…”

Harald: “Es gibt Coworker, die regelmäßig mit dem Fahrrad zu uns kommen. Anfangs nach dem Umzug gab es für sie keine geeignete Abstellmöglichkeit. Zudem hatte ich das Gefühl, unser Vermieter will sich da nicht darum kümmern. Also habe ich einen Aufruf gestartet, auf den Du ja auch reagiert hast. Glücklicherweise erledigte sich das Problem schneller als gedacht. Unser Vermieter hat sich dann doch zügig der Sache angenommen. Inzwischen nutzen alle Mieter im Haus und deren Kundschaft die Fahrrad-Stellplätze. Da gibt es beispielsweise das Yoga-Studio und die Bio-Verbraucher-Initiative Plattsalat.”

Franziska: “Seit neuestem kann man sogar das Lastenrad Stuttgart nutzen. Das ist bei Plattsalat ja für Euch direkt um die Ecke.”

Harald: “Stimmt. Nachdem Plattsalat seit neuestem die gemeinschaftliche Nutzung eines Lastenrad Stuttgart anbieten, hatte ich auch mal über ein Coworking-Fahrrad nachgedacht. Das lohnt sich jedoch für uns nicht. Da wäre zum einen die Sorge: Wo stellt man das Rad ab? Gleichzeitig ist unmittelbar um die Ecke die DB „Call a Bike“-Station. Wer ein Leihrad braucht, hat das Angebot also direkt vor der Nase.”

Franziska: “Vielen Dank, Harald, für das interessante Gespräch.”

Harald: “Ich danke Dir.”

Das gesamte Interview inklusive Fotostory: “Zusammen flexibel sind wir weniger allein” (via Lebens- & Arbeitswelten mit Zukunft)

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