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Heiter bis tödlich: Wie ist das Fahrrad-Klima in Deiner Stadt?

03.10.2014 – Anhand von Medienberichten kann man keinesfalls erkennen, wie unsere Kommunen aus Radfahrer-Perspektive sind. Ich unterstütze daher sehr gern die Umfrage des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs. Bereits zum sechsten Mal fragen sie: Wie fahrrad-freundlich ist Deine Stadt? Denn ob sich Alltagsradler aller Altersstufen wohl und sicher auf den Straßen fühlen, können sie nur selbst beurteilen. Bleibt zu hoffen, dass Stadtplaner, Unternehmer und Akteure aus Gesellschaft, Politik und Kultur die Anregungen konstruktiv aufnehmen und Taten folgen lassen. Ich bin bereit, meinen Beitrag dazu zu leisten.

Es ist zuweilen schon kurios: Da setzen Deutsche in Asien ein verkehrspolitisches Wunderwerk um, wovon ich hier in Stuttgart (noch) nur träumen kann:

Quelle: © 2014 Showing the future today von The Urban Idea GmbH.

Zum Projekt der Freiburger an anderer Stelle mehr. Und keine Bange. Ich werde auch in Zukunft weiter meinen Beitrag leisten, um Fahrradkultur hier bei uns vor der Haustür (unternehmerisch) zu fördern. Mehr Lebens- und Arbeitsqualität für alle, das ist mir Motivation und Anschub genug!

Konzentrieren wir uns hier auf die Ausgangsfrage: Wie ist das Fahrrad-Klima in Deiner Stadt? Bereits zum sechsten Mal findet der Fahrradklima-Test statt. Es ist die größte Bevölkerungsbefragung zu Radkultur weltweit. 2012 bewerteten 80.000 Menschen 332 Städte und Gemeinden. Mitmachen können alle, egal ob sie regelmäßig oder gelegentlich mit dem Fahrrad fahren. Sei es mit dem Kind auf dem Weg zur Kita, auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder an die Uni, zum Einkaufen, zum Kaffeeklatsch, zum Sport oder bei der Wochenendtour – Menschen aller Altersstufen sind zur Fahrradfreundlichkeit ihres Ortes gefragt.

Kurz und knackig antworten Bürger unter anderem auf folgende Fragestellungen:

  • Macht in Deiner Stadt das Radfahren Spaß?
  • Werden im Winter die Radwege geräumt?
  • Gibt es Konflikte mit Fußgängern oder Autofahrern?

Die Fragen sind gut. Der Fragebogen ist in sich schlüssig. Ich rege noch folgende Verbesserungen für den ADFC-Fahrradklima-Test an:

Das Fahrrad im Modalsplit > Kokonsum und Sharing

Bei “Steht Ihnen ein Auto zur Verfügung?” wünsche ich mir die Antwortoption “Ich nutze Stadtteilauto, Nachbarschaftsauto oder ein anderes Carsharing-Modell”. Das wäre bei mir die zutreffende Antwort. Ich hab “Ja” geklickt. Schließlich steht mir ja ein Auto zur Verfügung. Ganz korrekt ist es nicht. Es gehört ja nicht zu meinem Haushalt. Ich hoffe, dass das in der Auswertung richtig “interpretiert” wird. Wäre spannend zu wissen, wie viele aus der Kokonsum-Gemeinschaft / Sharing-Community mit “ja” und wie viele mit “nein” antworten…

Die Fahrrad-Community in meiner Stadt (unabhängig vom ADFC)

Ein weiterer Aspekt, den ich beobachte – und der im Fragebogen leider auch nicht abgefragt wird, meiner Meinung nach jedoch stark zur Fahrradfreundlichkeit am Ort beiträgt: Wie stark ist die (Verbands-unabhängige) Radfahrer-Community? Das betrifft dann natürlich Fragestellungen: Wie gut sind Aktionen bekannt und wie gut ist die Gemeinschaft (schon) vernetzt?

Gefragt werden könnte konkret nach folgenden Aspekten:

  • Kennst Du andere RadfahrerInnen in Deiner Stadt?
  • Werden regelmäßig an Deinem Ort Aktionen für Radfahrer organisiert?
  • Kennst Du Aktionen und Angebote, die für RadfahrerInnen in Deinem Ort angeboten werden?
    (Bitte nenne die drei wichtigsten und nützlichsten, z. B. Fahrrad-Werkstatt, Gebrauchtradmarkt, Critical Mass, Stadtradeln, Neubürgerradeln usw.)
  • Nimmst Du Angebote aus dieser Rad-Community wahr? Welche?

Mit dem Rad zur Arbeit

Auch der unternehmerische Anteil zum Fahrradklima vor Ort fehlt mir im Fragebogen. Schade! Fragen könnten sein:

  • Fördert Dein Arbeitgeber Alltagsradler?
    (zum Beispiel mit Aktionen, Infrastruktur, Informationen, Beratung, Service)
  • Nutzt Du das Angebot Deines Arbeitgebers?

Fahrradkultur entsteht mit dem (Nichts)Tun aller. Daher fände ich diese drei oben genannten Frageblöcke wesentlich für die Botschaft, die mit diesem Fragebogen an die Bevölkerung und Verantwortliche in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft “mit-gesendet” wird ;-) .

Die Ergebnisse des letzten Fahrradklima-Tests aus 2012 sowie weitere Hintergrundinformationen zur Bürgerbefragung findest Du unter ADFC-Fahrradklima-Test.


Ungeachtet meiner Anregungen und Wünsche für die Weiterentwicklung der Umfrage, bitte ich Dich, liebe Leserin, lieber Leser: Mach mit beim Fahrrad-Klima-Test des ADFC 2014

Die Umfrage läuft vom 24. September bis zum 30. November 2014. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2015 präsentiert. Der ADFC-Fahrradklima-Test wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert.

Wichtig: Bitte erzähle auch Deinen Freunden, Verwandten, Bekannten und Kollegen vom Test. Je mehr Frauen* und Männer, Kinder und Jugendliche, Jung-Gebliebene in den besten Jahren – also Menschen aller Altersklassen, Kulturen und Disziplinen aus ganz Deutschland – mitmachen, desto repräsentativer die Meinungsforschung.

Und desto wertvoller die Informationen, wo die Stellschrauben sind, unsere Städte und Gemeinden fahrradfreundlicher gestalten zu können. Auch das ist Demokratie: Nur Motzen ist nicht getan genug! Um die Schwaben hier bewusst falsch zu zitieren. Wir können nur dann etwas für Euch tun, wenn wir wissen welche Stärken wir weiter stärken und an welchen Sorgen und Nöten wir weiter arbeiten müssen.

(*) Eine ganz besondere Bitte an meine Leserinnen und Leser. Als ich Gudrun Zühlke, Landesvorsitzende des ADFC Baden-Württemberg, neulich auf der Straße traf, erzählte sie mir, dass sich vor allem Mädchen und Frauen in der Umfrage 2012 zu wenig zu Wort meldeten. Denkt also an die Damen in Eurem Umfeld und bittet auch sie, sich an der Umfrage zu beteiligen.

Vielen Dank!


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FAHRRADkultur - Freude am Radfahren

Alltagsradler sind leistungsfähiger und fröhlicher. Gemeinsame Radtouren stärken den Teamgeist und beflügeln das Arbeitsklima. Die Bewegung an der frischen Luft weckt die Kreativität und stärkt gleichzeitig die Gesundheit, Zufriedenheit, Motivation und Zugehörigkeit zum Unternehmen.

Mit der Regelung, dass Fahrräder Kraftfahrzeugen steuer-rechtlich gleichgestellt sind, ergeben sich zudem völlig neue Möglichkeiten für das Betriebliche Mobilitätsmanagement.

Wir fördern daher die Freude am alltäglichen Radeln zur Arbeit und den damit verbundenen Marktchancen in allen Branchen. Für die Freude am Alltagsradeln.

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